Mosel Balloon-Fiesta in Trier-Föhren

8 September, 2009 tkohner Kommentieren

Abgeblasen!

Lange Gesichter gab es am Freitag Abend und am Samstag morgen. Der Massenstart und der Buderus Fly-In mussten wegen starker Windböen abgesagt werden.

Von Freitag bis Sonntag fand auf dem Flugplatz in Trier-Föhren die 6. Mosel Balloon-Fiesta statt. Viele Flugbegeisterte, Schaulustige und vor allem Familien mit Kindern hatten sich am Freitag Abend an der Landebahn des kleinen Flugplatzes eingefunden um einen Massenstart von bis zu 70 Heißluft-Ballons mitzuverfolgen. Leider machte das Wetter den Veranstaltern, Piloten und Zuschauern einen Strich durch ihre Pläne. Der Start war für 17:30 festgesetzt und wurde wegen heftiger Böen immer wieder um 20 Minuten verlegt. Um die Wartezeit zu verkürzen boten die ansässigen Modell-Flieger eine Show der Extraklasse. Mit ihren Jet-Modellen, Modell-Flugzeuge mit richtigen Turbinen, lieferten sie eine begeisternde Vorführung Ihrer Flug-Kenntnisse. Rollen, Loopings und Sturzflüge begeisterten Groß und Klein. Diese Jet-Modelle erfordern eine große Flugerfahrung der Piloten. Sie sind ihren größeren Brüdern maßstabgetreu nachempfunden, wiegen rund 7 Kilogramm und beherbergen die neueste Technik. Gegen 19:30 setzten sich dann endlich die Ballon-Teams mit ihren Wagen und Anhängern in Bewegung und verteilten sich auf dem Flugfeld. Die Ballon-Teams waren größtenteils aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und den Niederlanden angereist. Unter ihnen waren auch das Team von Philippe Kloos aus Bettemburg und Michel Meyer aus Heffingen eingeschrieben.

Winde von bis zu 10 Knoten.

Ein langes Piloten-Briefing brachte dann Gewissheit. Der Massenstart der über 70 Heißluft-Ballone musste wegen heftiger Böen abgesagt werden. Bei Windstössen von über 10 Knoten hätte man schon Problem die Ballonhüllen mit warmer Luft zu füllen, da einerseits, der Wind die heiße Luft abkühlt und andererseits, den Ballon am Boden wieder zusammen quetschen würde. Auch wenn die Ballone gestartet wären, hätte man sich als Pilot und Passagier bei solchen Wetterverhältnissen auf eine harte und hektische Landung vorbereiten müssen. Der Veranstalter wollte kein Risiko eingehen, und sagte den Start ab und vertröstete die enttäuschten Zuschauer auf den Buderus Fly-In, einer spektakulären Zielfahrt, am frühen Samstag morgen. Hier plante man den Start außerhalb und die Landung am kleinen Regional-Flugplatz, während der Landung mussten dann Sandsäcke so nah wie möglich am Zielkreuz abgeworfen werden. Auch dieses Event wurde wegen schlechter Wetterbedingungen regelrecht abgeblasen, und die Zuschauer wurden wieder auf einen Massenstart am Samstag Nachmittag vertröstet. Während dem ganzen Wochenende stand Trier-Föhren im Zeichen der Luftfahrt und ganz speziell im Zeichen der Ballon-Fahrerei. Der Veranstalter bot ein attraktives Rahmen-Programm, welches auf Familien mit Kindern zugeschnitten war. So konnte man eine Ballonhülle begehen, sich über die Modellfliegerei, Fallschirmsprung und Pilotenausbildung informieren. Der Freitag- und Samstagabend wurde musikalisch ausklingen gelassen mit den Bands „All About Joël“ und „Soul & More“.

Alles begann 2004

Die Geschichte der Ballon Fiesta an der Mosel im Großraum Trier hat nicht erst vor einigen Jahren begonnen.  Die Anfänge dieser Ballon Fiesta gehen ins Jahr 2004 zurück als man in Trier die Landesgartenschau veranstaltete, hier bot sich eine sehr interessante Plattform, den teilnehmenden 22 internationalen Ballonteams die schöne Gegend zu zeigen.  Die bunten Ballone mit ihrer sympathischen Ausstrahlung passten hervorragend in die Gartenschau. So war die 1.Trierer Petrisberg Ballon Fiesta ins Leben gerufen. Sie war ein Zuschauermagnet und als Sportveranstaltung lockte sie die meisten Besucher.

Des Weiteren liegt eine solche Veranstaltung in der Region auf der Hand, denn sie ist Heimat der Firma “Schroeder Fire Balloons” welche ganz in der Nähe, in Schweich ansässig ist. Schroeder Fire Ballons ist einer der größten Heißluft-Ballon-Hersteller weltweit. Hier wird nicht nur die spezielle Hülle der Flugkörper hergestellt, sondern hier erhält der Ballon-Fahrer vom Korb, über Brenner bis hin zum Transport-Anhänger, alles au seiner Hand direkt vom Hersteller.

Auf jeden Fall hat diese 6. Mosel Ballon Fiesta wieder einmal gezeigt, dass das Wetter in unseren Gegenden wechselhaft ist und jeder noch so gut organisierten Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung machen kann.

Infobox:

http://www.moselballonfiesta.de/

http://www.schroeder-fireballoons.de

Fissler Imbisswagen „on tour“!

8 September, 2009 tkohner Kommentieren

Esst mehr Fastfood.

Bei Fastfood, denkt man notgedrungen an Burger und Pommes Frites, kurz gesagt schnelles, ungesundes Essen. Am Fastfood-Mobil war dies nicht der Fall, hier wurden gesunde, vitaminreiche Speisen blitzschnell zubereitet

Am vergangenen Wochenende lud die Firma Fissler ins Einkaufszentrum City Concorde nach Bartringen ein. Da man hier die „Staater Braderie“ schon am Freitag begann, durfte das „Fastfood-Mobil“ der Firma Fissler natürlich nicht fehlen. Neben den Ständen von den anderen Geschäftleuten des Einkaufszentrums wurde auf dem Vorplatz der Shopping Mall von Freitag bis Montag vor den Augen von vielen Schaulustigen gekocht. Kochen ist nicht gleich Kochen und Fastfood ist nicht gleich Fastfood. Bei diesem Imbisswagen gibt es Fast Food der besonderen Art: frisch, gesund und lecker. Koch-Profis bereiteten sogenanntes Fastfood in Windeseile mit den neuen Schnellkochtöpfen vitavit® premium und vitavit® comfort der Firma Fissler zu. Hier konnte man sich von der Schnelligkeit des Kochens im Schnellkochtopf überzeugen, den Köchen über die Schulter und erleben wie einfach und vielseitig die Schnellkochtöpfe einsetzbar sind.

Paella in 20 Minuten.

Ebenso modern wie diese neuen Schnellkochtöpfe waren dann auch die vorgestellten Rezepte, denn neben den legendären Klassikern wie Sauerbraten und Gulasch lassen sich auch moderne Gerichte wie gedämpfte Wan-Tan, gefüllte Artischocken oder indische Currys einfach zubereiten.

Mit einem Schnellkochtopf ist die Zubereitung im Vergleich zu herkömmlichen Töpfen und Pfannen um bis zu 70 % schneller.

So war es nicht verwunderlich, dass eine leckere Paella mit frischen Zutaten in rund 20 Minuten zubereitet werden konnte. Das Vorbereiten der Zutaten nahm die längste Zeit in Anspruch und die Kochzeit reduzierte sich auf 5 Minuten. Dies spart Zeit und Geld, und erhält die Vitamine und Nährstoffe in den frischen Lebensmitteln. Überraschend war, dass man sogar eine „Crème brûlée“ mit den Schnellkochtöpfen zubereiten kann. Schnellkochtöpfe haben ideale Eigenschaften für die moderne Küche. Sie verbinden gesunde Ernährung mit schonender Zubereitung, da die Speisen unter Ausschluss von Sauerstoff und mit kurzen Garzeiten gekocht werden. Vitamine, Nähr-, Mineral- und Aromastoffe bleiben dadurch besser erhalten. Damit sind Schnellkochtöpfe für vitamin- und nährstoffhaltige Lebensmittel, die schonend zubereitet werden müssen, besonders geeignet.

Die Fissler GmbH steht seit 1845 für qualitativ hochwertiges Kochgeschirr, das sich durch präzise Verarbeitung, hohen Gebrauchsnutzen und stilvolles, durchdachtes Design „Made in Germany“ auszeichnet. Sämtliche Produkte erleichtern die Arbeit in der Küche und steigern die Freude am Kochen. Auch wenn der Imbisswagen der Firma Fissler nur bis Montag vor der City Concorde aufgestellt war, kann man sich ganzjährig im neueröffneten Fissler-Shop in der Einkaufspassage, von den Vorteilen und der Qualität der Schnellkochtöpfe, sowie aller Produkte der Firma überzeugen. Wahrlich findet man hier alles was das Gourmet-Herz begehrt.

Mehr Rezepte unter:

www.esst-mehr-fastfood.de

Internationales Meeting Jempi Kalmes

27 August, 2009 tkohner Kommentieren

Vom Armee-Moped zum Panzer

Camouflage-Zelte waren aufgeschlagen, Uniformierte durchstreiften die Ortschaft. Nein Steinsel befindet sich nicht im Krieg, aber die CVMS luden zum internationalen Treffen von Militär-Fahrzeugen ein.

Am vergangenen Wochenende luden die Sammler militärischer Fahrzeuge aus Steinsel zu ihrem ersten internationalen Meeting ein. Über 60 Militär-Fahrzeuge waren hinter der alten steinseler Baskethalle ausgestellt. Das älteste Fahrzeug stammte aus dem Jahre 1932. Vom imposanten Panzer  der US Army aus dem zweiten Weltkrieg über Transport und historische Feld-Ambulanzen, bis hin zum typischen Armee-Motorrad war alles vertreten, auch hatten die enthusiastischen Sammler ein altes Triebwerk eines Panzers zu Anschauungszwecken aufgebaut. Die alten Fahrzeuge fanden bei Jung und Alt großes Interesse. Während mehr als ein Großvater seinen Enkel nach Steinsel geschleppt hatte um Ihm seine Erlebnisse vom zweiten Weltkrieg zu veranschaulichen, wurde in allen Ecken gefachsimpelt und über die verschiedenen Restaurierungen diskutiert. In der angrenzenden Halle hatten Händler von Militär-Utensilien ihre Stände aufgeschlagen, und man konnte vom alten Helm, über verschiedene Fahnen und Uniformen, bis hin zu modernen Gadgets nach Lust und Laune einkaufen. Das internationale Meeting hatte Sammler von Nah und Fern angezogen, unter anderem kamen die Aussteller von Kaiserslautern, Duisburg und dem Bodensee.  Die Fahrzeuge waren aber nicht nur ausgestellt, sondern konnten beim traditionellen Umzug durch die Ortschaft in Bewegung gesehen werden. Am Samstag Abend lud die Gemeindeverwaltung zum Patt ein und der Abend klang in geselliger Runde im provisorischen Militär-Camp aus. Die CVMS (Collectionneurs de véhicules militaires de Steinsel) hatten ihre erste internationale Veranstaltung im Andenken an Jempi Kalmes organisiert. Jempi Kalmes hatte den Verein im vergangenen Jahr tatkräftig unterstützt und war ganz unerwartet verstorben. Jeder Teilnehmer des Meetings bekam dann auch einen Gedenkteller mit dem Bild von Jempi Kalmes überreicht. Die CVMS sind ein ganz junger Verein, welcher vor rund einem Jahr gegründet wurde. Marc Heiderscheid, Präsident des Vereins, unterstrich, dass die Mitglieder nicht nur Fahrzeuge aus dem zweiten Weltkrieg sammeln sondern im allgemeinen renovierte Militär-Fahrzeuge aller Art und allen Alters. Der CVMS nimmt bei verschiedenen Meetings im In- und Ausland teil, und unterstützt seine Mitglieder bei der Restaurierung ihrer Fahrzeuge. Sichtlich zufrieden wirkte der ganze Vorstand, im Hinblick auf die große Teilnehmerzahl und über das große Interesse, welches das 1. Meeting des Vereins geweckt hatte.

www.cvmsteesel.net.ms

Weitere Teile des Burgus wurden freigelegt

27 August, 2009 tkohner Kommentieren

Georges Kayser Altertumsfuerscher

Wer wollte nicht schon mal ohne Rücksicht auf Verschmutzung der Kleider im Matsch graben? Eine Woche lang, konnten die Jugendlichen des Sommercamps der „Georges Kayser Altertumsfuerscher“ dies an der alten Römervilla in Goeblingen tun.

Viele Interessierte hörten den Ausführungen zuIm Beisein von zahlreichen Abgeordneten, unter anderem Ben Fayot, Roger Negri und Gilles Roth, sowie den Bürgermeistern aus den umliegenden Gemeinden Koerich, Kehlen, Keispelt und Nospelt stellten die „Georges Kayser Altertumsfuerscher“ das Resultat ihres diesjährigen Sommercamps, am vergangenen Samstags vor.

Ein etwas anderes Sommercamp

Jedes Jahr organisieren die Altertumsforscher ein Sommerlager für Kinder und Jugendliche. Während in der Gruppe der Zwölf- bis Dreizehn-Jährigen nur 7 Kinder der Einladung Folge geleistet hatten, war die Gruppe der Jugendlichen ab 14 Jahre, mit einer Teilnehmerzahl von 13 Personen, vollständig ausgebucht. Der Vorstand der „GKA“ ist stolz darauf, dass die Jugendlichen nach ihrem Studium  meistens als Betreuer zu den Archäologen zurück.

Auch dieses Jahr fand das Sommer-Lager wieder im Wald „Miecher“ an der römischen Villa in der Nähe von Goeblingen statt. Während einer Woche konnten Kinder und Jugendliche Ihrem Hobby, der Archäologie, frönen, so wie es dies schon eine Handvoll Amateure, mit primitiver Ausrüstung, ein Vierteljahrhundert vorher, unter der Leitung von Georges Kayser, taten. Dieser hatte sich seine ersten praktischen archäologischen Kenntnisse bereits bei Ausgrabungen auf dem Titelberg im Süden des Landes erworben. In den vergangenen Jahren bauten die GKA Teile des Burgus wieder auf und unterhielten das historische Areal. Dieses Jahr wurden weitere Teile des Grabens und der Villa freigelegt. Den Jugendlichen machte es sichtlich Spaß und sie waren mit vollem Eifer im Einsatz. Trotz den zahlreichen Besuchern am vergangenen Samstag, ließen sie sich nicht beirren: sie gruben, scharrten und suchten rund um das alte Gemäuer weiter und antworteten fundiert auf die  Fragen der interessierten Gäste. In der Vergangenheit hatte man an dieser Stelle schon viele interessante Fundstücke freilegen können, und bei jedem Spatenstich liegt die Spannung in der Luft. Die Teilnehmer sind mit modernstem Gerät versorgt und die Betreuer verfügen alle über genaue Kenntnisse der alten Römervilla und in Sachen Archäologie und Ausgrabungen im Allgemeinen.

Wer war Georges Kayser?

Georges Kayser, war Pfarrer und betreute während 32 Jahren, von 1956 bis zu seinem Tode 1988, die Pfarrei Nospelt als sehr beliebter und respektierter Seelsorger. Mit viel Hingabe und Sachkenntnis hat der unermüdliche Geistliche in seiner Freizeit archäologische Ausgrabungen im Raum Nospelt und in verschiedenen Gegenden des Landes durchgeführt.

Mit einer kleinen Gruppe von Freiwilligen hat er die Archäologie in Luxemburg, nach dreihundertjähriger Pause, zu neuem Leben erweckt.

Um nach dem Tod von Pfarrer Georges Kayser die archäologischen Tätigkeiten weiterführen zu können, wurden ein Jahr nach seinem Tod  die „Georges Kayser Altertumsfuerscher a.s.b.l.“ von früheren Mitarbeitern und Freunden gegründet..

Die alte Römervilla im Wald „Miecher“ ist auf jeden Fall einen Sonntagsspaziergang wert. Sie stellt eine Kreuzung zwischen keltischer und römischer Kultur dar. Hier wird die Geschichte zum Greifen nah. Dank der „Georges Kayser Altertumsfuerscher“ ist die Anlage gut erhalten und auf verschiedenen Informationstafeln dokumentiert. Wenn man aus Goeblingen Richtung Septfontaines fährt, ist die Beschilderung kaum zu übersehen.

www.gka.lu

Geschichte der Islandpferde

6 August, 2009 tkohner Kommentieren

Im Jahre 870 n.Chr. kamen, den Überlieferungen zufolge, das erste Mal norwegische Wikinger auf die Insel Island und brachten ihre Familien und ihre Pferde mit. Die Pferde, die von den Wikingern mitgebracht wurden, bestanden zum großen Teil aus Kelten- und Germanenponys. Das Germanenpony hatte eine kleine Statur, aber es war viel Kraft und Ausdruck. Das Keltenpony hatten die Wikinger von ihren Raubzügen in Britannien mitgebracht. Es war ein leichteres, eleganteres Pferd als das der Germanen. Aus diesen zwei Pferdetypen entstand das heutige Islandpferd. Von Anfang an spielten die Pferde eine wichtige Rolle auf der Insel. Mit ihnen erkundeten die Wikinger das Hochland, trieben ihre Schafe zu den Weideplätzen und brachten schwere Lasten von hier nach dort. Aber die Pferde waren mehr als nur Arbeitstiere.

Ihre Eleganz, ihr Charakter und ihre Geschwindigkeit faszinierten die Menschen und so fand das Pferd seinen Weg in die Lieder, Gedichte und Sagen der Isländer so findet man z.B. in der Edda viele Geschichten in der Pferde eine Rolle spielen. Auch in der Zeit vor dem Jahr 1000, also vor der Christianisierung, hatten diese bis in unsere Zeit vom Gebäude unverändert gebliebenen Pferde einen festen Platz im religiösen Leben der Nordmänner gespielt. So soll ein dem Gott der Fruchtbarkeit Freyr gehörendes Pferd mit dem Namen Freyfaxi entgegen dem Befehl seines Herrn von einem Knecht geritten worden sein. Der Knecht wurde daraufhin von seinem Herrn getötet.

Gemäß dem ältesten isländischen Gesetzbuch, dem Gragas, wurde Pferdedibstahl als eines der schlimmsten Verbrechen mit Ächtung und Landesverweis bestraft. Noch im Jahre 1784 besagte ein dänisches Gesetz, daß Pferdediebe mit Auspeitschung und lebenslänglicher Sklaverei in der Hauptstadt Kopenhagen zu rechnen hatten. Edle Pferde wurden bis ins Mittelalter hinein als Geschenke innerhalb der verschiedenen Königshäuser verwendet. Der Sage nach verbot der Althing, das damalige isländische Parlament, schon im Jahr 930 die Einfuhr weiterer Pferde nach Island, und deshalb konnte sich das Islandpferd selbst entwickeln und Pferdekrankheiten konnten nicht eingeschleppt werden. Somit wäre das Islandpferd die einzige Rasse, die seit über 1000 Jahren rein erhalten ist und ihre Reinheit über einen so großen Zeitraum bewahren konnte. Auf jeden Fall sind Islandpferde die älteste bekannte Reinzucht der Welt.

Die Meinung, dass durch das Althing(Das Althing, isl. Alþingi, ist das Parlament Islands.), eine gesetzgebende Versammlung, aus Angst vor Tierseuchen bereits im Jahr 930 in Island ein Importverbot für lebende Tiere beschlossen wurde, das für Pferde bis heute gilt, ist weit verbreitet. Tatsächlich gilt das Pferde-Importverbot erst seit 1909. Vor allem Wallache anderer Rassen, z. B. von Fjordpferden, fanden zuvor als Arbeitspferde den Weg nach Island. Die heutige Rasse Islandpferd entwickelte sich aus der damals vorhandenen, gemischten Population nordischer Pony- und mitteleuropäischer Pferderassen. Historische Texte deuten darauf hin, dass jedoch auch einzelne Vollblutpferde in Island vererbten.

Das raue Klima, die Kälte und die Landschaft auf Island schufen über Jahre hinweg ein robustes, starkes Kleinpferd, was jeder Witterung trotzen kann. Die Bevölkerung Islands brauchte die Pferde, sie respektierten sie und verehrten sie seit dem Beginn ihres gemeinsamen Zusammenlebens auf der Insel im Nord Atlantik. Während der nächsten Jahrhunderte mussten die Pferde harte Prüfungen überstehen – äußerst raue Winter, Nahrungsmangel, Stürme – und manchmal auch gewaltige Vulkaneruptionen. Als im Jahre 1783 der größte Vulkanausbruch in der Geschichte der Insel stattfand, forderten die Auswirkungen zahlreiche Opfer. Wolken aus Asche und Rauch verdunkelten den Himmel und führten weit bis in den europäischen Kontinent hinein zu klimatischen Veränderungen. Ungeheure Aschemengen lagerten auf fast der gesamten Insel ab und vergifteten die Nahrungs- und Wasserquellen. Dünnflüssige Lava verbrante das Land. Die Pferde litten an Fluorvergiftungen und Erkrankungen der Maulhöhle, die Zähne verkamen. Selbst Regenwasser war nicht trinkbar, den Tieren fielen die Haare aus. Eine schwere Hungersnot folgte. Während 10.000 Menschen die folgen des Vulkanausbruches nicht überlebten, dezimierte sich der Bestand von 40.000 auf geschätzte 9.000 Pferde.

Als die Zeit der Industrie anbrach wurde das starke, resistente Islandpferd gerne als Arbeitstier nach Schotland exportiert um dort den Rest ihres Lebens in dunklen Kohlebergwerken Karren zu ziehen. Die meisten sahen das Tageslicht nie wieder, auch die, die am Ende überlebt hatten, waren meist erblindet. Rund 1000 Jahre waren diese Pferde die einzigen Transportmittel auf der oft unwegsamen Insel. Bis etwa 1926 wurden Islandpferde in Island als Reit- und Lasttiere benötigt, weil es noch kein Straßennetz gab. Dieser Leistung gedachten die Isländer, als sie in Reykjavik ihrem Lastpferd ein Denkmal setzten.

Die isländische Pferdezucht erlebte um 1940 einen Niedergang. Ende der vierziger Jahre wurde jedoch die Wende geschafft und das nahezu ausschließliche Zuchtziel „Reitpferd“ etablierte sich. 1950 kam ein isländischer Züchter namens Gunnar Bjarnason auf die Idee, eine nationale Zuchtschau mit Reitturnier ins Leben zu rufen: Das Landsmót. Dort laufen auch heute noch die besten Pferde des Landes.

Isländische Bauern züchten bis heute hauptsächlich Pferde und Schafe. Auch die Pferde dienten von je her der Fleischgewinnung. Nur etwa 40 Prozent der gezüchteten Pferde werden in der Zucht oder als Reitpferde eingesetzt. Während es im grasreichen Südland von Island von je her regelrechte Fleischpferdezuchten gab und gibt, haben sich die Bauern in anderen Regionen auf die Zucht von Reitpferden spezialisiert, wobei hart selektiert wird. Vor allem im Norden Islands wird mehr wert auf den Reitsport gelegt. Die Pferde aus dieser Region sind auch viel schmaler und eleganter gezüchtet als die etwas derberen aus dem Süden. Auch legte man bei der Zucht zunächst keinerlei Wert auf Farben oder das Herauszüchten besonderer Eigenschaften. Nicht immer wurden jedoch Pferde in unserem Sinne verwendet. So sah man sich im Jahre 1539 gezwungen, die oft recht grausamen Hengstkämpfe durch Erlaß zu untersagen.

In den 50er und 60er Jahren erlebte das Islandpferd einen Export-Boom. Hauptmarkt war Deutschland, wo der Isländer als Freizeitpferd besondere Beliebtheit gewann, woran die „Immenhof“-Filmserie der Autorin Ursula Bruns, spätere Herausgeberin der Fachzeitschrift „Pony Post/ Freizeit im Sattel“, maßgeblich beteiligt war. Später entwickelte sich die Priorität der Zucht und Reiterei in Deutschland hin zu dem Gangpferd, das wir heute kennen.Hera von der Fuchsfarm mit Hengstfohlen Blìdfari vom BudersbergDie Zielsetzung eines vielseitigen, kompakt gebauten Geländereitpferdes „für die ganze Familie“ trat demgegenüber in den Hintergrund, woran auch die steigende Preisentwicklung beteiligt war. 1967 wurde der Bundesverband IPZV e.V. gegründet. Bekannte deutsche Reiter wie Walter Feldmann und Hans Georg Gundlach entwickelten aus den Grundlagen der Dressurreiterei das Gangreiten und trugen das Wissen darum auch nach Island zurück.

Heute leben etwa 50.000 Islandpferde auf der nordischen Insel und ungefähr 100.000 auf dem europäischen Kontinent. Heute ist Deutschland nach Island das größte Zucht- und Exportland für Islandpferde. Doch nicht nur dort erfreut sich die Islandpferdereiterei großer Beliebtheit. Das Pferd hat auf der ganzen Welt seine Freunde gefunden.

Allgemeines zu Islandpferden

5 August, 2009 tkohner Kommentieren

Das Islandpferd, auch Isländer oder Islandpony genannt, ist eine aus Island stammende, vielseitige und robuste Ponyrasse, die dank ihres kräftigen Körperbaus auch von Erwachsenen geritten werden kann. Islandpferde gehören zu den Gangpferden, da die meisten von ihnen nicht nur über die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp verfügen, sondern zusätzlich über die genetisch fixierten Gangarten Tölt und/oder Pass. Als „Islandpferd“ anerkannt werden nur reingezogene Tiere, deren sämtliche Vorfahren lückenlos in Island geboren worden sind. In Island ist die Einfuhr von Pferden verboten. Das Fell der Islandpferde kann sehr viele Farben vorweisen, nur Tigerschecken gibt es bei den Isländern nicht.

Hamradìs vom Budersberg

Hamradìs vom Budersberg

Aluminium ist Herausforderung und Inspiration zugleich

4 August, 2009 tkohner Kommentieren

Noch sind die 3 Arbeitsplätze frei

Neuntes Gare Art Festival

Auf dem Vorplatz des hauptstädtischen Bahnhofs wird gehämmert, geschmirgelt und genietet beim Gare Art Festival. Hier kann man renommierten Künstlern über die Schultern schauen, beim Erschaffen ihrer Kunstwerke, kurz gesagt: Kunst zum Anfassen!

Am Montag wurde die neunte Auflage des Gare Art Festival offiziell eröffnet. Seit 2001 veranstaltet die „Groupe Animation Gare asbl“ in Luxemburg dieses Festival in Zusammenarbeit mit der Stadt Luxemburg und mit der luxemburgischen Eisenbahngesellschaft CFL unter Beteiligung einheimischer und internationaler Künstler. Die bisherigen Materialien waren Holz, Sand und Stein. In diesem Jahr entschied man sich erstmals für Aluminium. Während der ersten Phase  vom 3. bis 9. August 2009, die sich etwas spektakulärer gestaltet, werden 6 Künstler auf dem Bahnhofsvorplatz Kunstwerke vor den Augen der Öffentlichkeit herstellen. Jeweils 2 Künstler teilen sich einen von drei Arbeitsplätzen, und schaffen ihre Kunstwerke aus Aluminium von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr.

Die ausgewählten Künstler rund um Florence Hoffmann

6 Quadratmeter Alu

Zum Auftakt des Festival bekam dann auch jeder Künstler sein Ausgangsmaterial 2 mal 3  Quadratmeter große Platten aus Aluminium. Aus Sicherheitsgründen darf das Aluminium nicht geschweißt werden, und so kann man den Künstlern während fünf Tagen beim Zuschneiden, Vernieten und Bearbeiten des Materials über die Schulter schauen. Laut Florence Hoffmann, der technischen Leiterin, ist das diesjährige Festival ein besondere Herausforderung für die Artisten, da sich das manuelle Bearbeiten des Metalls nicht immer einfach gestaltet, und auch die Statik der Skulpturen an dieses Metall angepasst werden. Des Weiteren kommt hinzu, dass die Artisten hier nicht hinter den Mauern ihrer Ateliers arbeiten, sondern vor den Augen eines großen Publikums, denn laut Angaben der CFL passieren an einem Wochentag ungefähr 50.000 Menschen den Bahnhofsvorplatz. Die „Groupe Animation Gare“ war stolz, dass nach der Ausschreibung des Festivals, 58 Projekte aus 32 Ländern innerhalb von 12 Tagen eingereicht wurden. Dies sei der Beweis dafür gewesen, dass dieses Kultur-Event sich in den letzten neun Jahren einen exzellenten Namen auf dem internationaler Ebene gemacht habe. Aus diesen 58 Projekten wurden 6 Künstler von einer Jury auserwählt am Festival teilnehmen zu können. Es handelt sich hierbei um 2 in Luxemburg lebenden Künstlern und 4 ausländischen Künstlern.
Zu den auserkorenen Künstlern gehören Marco Bustamante, welcher in Chile geboren ist und seit 3 Jahren in Luxemburg wohnt. Seine Werke waren unter anderem in Korea, in Paris und in Luxemburg  ausgestellt. Bruno Porfirio Del Olmo Castillo kommt aus Mexiko, wo er seit 30 Jahren das Fach „Skulptur“ lehrt. Seine Werke wurden bis jetzt hauptsächlich in Südamerika ausgestellt. Florence Hoffmann, die zweite „Einheimische“, hat in den letzten 12 Jahren an über 24 Symposien mitgearbeitet und ist bei Gare Art Festival nicht nur als Künstlerin tätig, sondern auch als technische Leiterin. Georgi Minchev, wurde 1965 in Popovo in Bulgarien geboren und lehrt an der Universität Velico Tirnovo „Saints Ciril et Metodius“. Andrei Varabyou aus Weißrussland, hat an der Kunst-Akademie in Minsk Kunststudiert und stellte bis jetzt in Weißrussland, Polen, Frankreich und Deutschland aus. Während der Eröffnungs-Zeremonie war es ihm wichtig sich in luxemburgischer Sprache an die Zuschauer wenden zu können. Eduardo Waxemberg kommt aus Argentinien, und bezeichnet sich selbst als Autodidakt, weil er von Beruf Künstler ist und sich alles selbst beigebracht hat.

bis zum 21. September

Dem Organisator, der Groupe Animation Gare, war es wichtig zu unterstreichen, dass alle Künstler ihre Tätigkeit hauptberuflich ausüben. Somit sei die Qualität des Festivals gewährleistet. Nach dem 9. August werden die Künstler ihre Werke dann in der Halle des Hauptbahnhofs in Luxemburg ausstellen. Jedes Kunstwerk wird von einer Informationstafel mit dem Lebenslauf und Informationen rund um den respektiven Künstler, begleitet. Diese Kunstwerke werden dann bis zum 21 September ausgestellt bleiben und stehen natürlich zum Verkauf. Mit diesem alljährlichen Kultur-Event versucht der Verein, „Groupe Animation Gare asbl“, welcher sich nur durch Spenden und nicht durch Mitgliedschaften finanziert, das Bahnhofsviertel aufzuwerten und aufmerksam zu mach auf luxemburger und international renommierte Künstler.

Infobox:
www.luxembourg-gare.com

Künstler at work:
vom 3. bis 9. August 2009,
von 09:00 bis 18:00
Parvis vor dem Bahnhof

Ausstellung der Werke:
vom 9. August bis 21. September
in der Bahnhofshalle.

Feuerteufel, Menschentürme und Tänze.

2 August, 2009 tkohner Kommentieren

22. Katalanisches Aplec-Festival

Zwei Tage lang lag das mediterrane Flair in den Strassen der Hauptstadt. Feuerteufel boten wilde Tänze dar, Menschtürme errichteten sich wie von Geisterhand, Trommelwirbel halten über die Plätze und farbenfrohe Tänze begeisterten Einheimische sowie Touristen.

Am vergangenen Wochenende lud die ADIFOLK (Association pour la Diffusion Internationale du Folklore) zum 22. Festival Aplec Internacional de la Sardana ein, welches jedes Jahr in einer anderen europäischen Großstadt ausgetragen wird. Mit der Unterstützung des Katalanischen Zentrums Luxemburg, der Generalitat de Catalunya, sowie der spanischen Botschaft und der Stadt Luxemburg konnte man auf eine Reise in eine ferne Kultur gehen und die katalanische Kultur in einem farbenprächtigen Spektakel auf der Place d’Armes und am Fuße der „Gëlle Fra“  erleben. Mit einem Umzug von der Rue Notre Dame durch die Grand Rue bis hin zur Place d’Armes begann das Festival am Samstag morgen.

Cobla und Sardana

Während zwei Tagen eroberten Riesen, Stocktänzer, Castellers (Menschentürme), Feuerteufel die Strassen und Plätze der Hauptstadt. Es wurden Tänze wie Cobla und Sardana dargeboten und die traditionelle Blasmusik trug zur guten Laune und Stimmung bei. Alle diese Zutaten sind seit Jahrhunderten in Katalonien auf jedem Fest präsent. Neben dem folkloristischen Kreistanz, der Sardana, bei der jeder mitmachen kann, gibt es in Katalonien auch die „balls parlats“, die wie ein getanztes Theaterstück aufgeführt werden und die „balls de bastons“. Zu den „balls parlats“ gehört zum Beispiel der bekannte „ball de diables“. Die „balls de bastons“ können je nach Region recht unterschiedlich ausfallen. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie in Gruppen von 8 – 20 Leuten und mit hölzernen Stöcken die bis zu 40 cm lang sein können getanzt werden.
Die „Balls de basto“ sind angeblich sogar die ältesten katalanischen Tänze. Schon am Hofe des Conde Berenguer IV wurden um   1150 diese Tänze -nachweislich- aufgeführt. Fest steht, dass sie heute in Katalonien wieder weit verbreitet sind und sich großer Beliebtheit erfreuen. Viele junge Leute sind in den traditionellen Tanzgruppen dabei und stellen in trachtenähnlicher Kleidung, mit farbigen Hüft- und Schultertüchern, tanzende Kämpfe dar. Typische Instrumente, die „die balls de bastons“ begleiten, erinnern an die Instrumente, die auch teilweise bei den „Cobles“ der Sardana zum Einsatz kommen, wie die chirimías (grallas),  das tabal (timbal), die flabiol oder auch Violine, Akkordeon und Cornamusa (eine Art Dudelsack).

Brücken schlagen

Mehr als 18 Gruppen und über 500 Künstler aus ganz Katalonien gestalteten ein farbenfrohes Programm, und es war nicht verwunderlich, dass das Festival viele Schaulustige und Touristen anlockte. An 2 Tagen wurden Brücken geschlagen für und von den im Ausland lebenden Katalanen. Dem Organisator zufolge wäre das Aplec Internacional de la Sardana nicht nur eine Vermarktung der Region Kataloniens, sondern bietet vor allem den in Luxemburg lebenden Katalanen die Möglichkeit den Einheimischen, die eigene Kultur vorzustellen und vor zu leben.
www.adifolk.catAlpec Internacional de la Sardana

Schnäppchenjagd bei Freunden

2 August, 2009 tkohner Kommentieren

Proppenvolle Strassen in Dudelange
Braderie in Düdelingen am vergangenen Wochenende.
Die traditionelle Braderie in Düdelingen am vergangenen Wochenende war gut besucht, hier konnte man letzte Einkäufe in Sachen Sommermode tätigen, bevor es ab in den Süden geht, oder einfach nur ein Schnäppchen auf dem Flohmarkt ergattern. Bei bestem Sommerwetter waren Düdelingens Strassen proppenvoll an diesem Wochenende.
Am vergangenen Wochenende lud die FCAD (Fédération des Commerçants et Artisans de Dudelange) in Zusammenarbeit mit dem Syndicat d’Initiative und der Gemeindeverwaltung der Stadt Düdelingen auf ihre alljährliche Braderie ein. Neben der Journée commerciale im April und dem „Mantelsonnden“ im November ist die Braderie „the Place to be“ für alle Düdelinger und Schnäppchenjäger. Am frühen Samstagmorgen glich die Minette-Metropole wahrlich einem Ameisenhaufen, zahlreiche Händler, ansässige Geschäftsleute und Helfer aus den lokalen Vereinen errichteten ihre Stände in der Einkaufsstrasse sowie rund um das Rathaus.

Bestes Sommerwetter

Trotz aller Bange um das Wetter, hatten die Düdelinger richtig Glück, denn die Sonne war ein geladener und willkommener Gast. Bis auf einen kleinen Regenguss gegen halb sechs am Samstag Nachmittag blieb die Düdelinger Braderie trocken. So konnte man nach Lust und Laune auf Schnäppchenjagd gehen. Ob herabgesetzte Sommermode, Spitzenpreise beim Optiker, ein Mobiltelefon zum Schnäppchen-Preis oder gratis Tageszeitung auf dem Stand der Editpress-Gruppe; kurz gesagt vom Großvater bis zum Kleinkind wurde jeder in Düdelingen zufrieden gestellt. So durften natürlich die traditionellen Stände der „Diddelénger Braderie“ nicht fehlen, wie zum Beispiel der Stand der lokalen LSAP-Sektion, wo man sich zum „Patt“ traf, oder der Flohmarkt-Stand des ansässigen Turnvereins Union Dudelange am Rathausplatz, wo man von der Sammler-Tasse, über alte Bücher bis hin zu alten und begehrten Schallplatte, alles fand, was das Sammelherz erfreut. Zahlreiche Metzgereibetriebe, Bäcker und lokale Vereine sorgten für das leibliche Wohl, während die „Crazy Bléiser“, zu Fuss auf der Braderie unterwegs, die Kauflustigen musikalisch zum Geldausgeben animierten. Am Sonntag übernahm dann ein DJ die musikalische Untermalung und heizte mit seinen Platten-Tellern die Menge auf und verbreitete einen Hauch Ferien- und Strand-stimmung in den Düdelinger Strassen.

Fussball und Radsport

Auf dem Rathausplatz fröhnten die „Poussins“-Mannschaften der drei Düdelinger Meister F91 Diddeléng, HB Diddeléng und des Basket T71 Diddeléng dem runden Leder und trugen am Samstag Nachmittag ein Fussball-Turnier aus. An beiden Nachmittagen des Wochenendes bildeten sich fast gleichzeitig vor jedem Bildschirm der Stadt Menschentrauben um natürlich die Etappe des Tours mitzuverfolgen und unsere nationalen Radsportler lautstark zu unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt glich die Braderie einer richtigen Public-Viewing-Veranstaltung, so waren am Rathaus, an den Elektrofachgeschäften und in den verschiedenen Cafés Schleck, Kirchen und Co. in aller Munde. Der einzige Kritikpunkt war die Auswahl des Wochenendes, denn leider hatten die meisten Schnäppchenjäger ihre Löhne zum Ende des Monats noch nicht enthalten, was sich dann doch negativ auf die Kauflust auswirkte.

Von der Musik zum Grundwasser

2 August, 2009 tkohner 2 Kommentare

Gemeinde- und Schöffen-Rat Lorentzweiler

Die provisorische Organisation der örtlichen Musikschule und die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie waren einige der Themen, mit denen sich die Gemeindeväter in Lorentzweiler sich beschäftigen mussten.

Am vergangenen Mittwoch tagte der Gemeinderat rund um Bürgermeister Jos Roller im neuen Sitzungssaal des Rathauses der Gemeinde Lorentzweiler. Fast wie im Fluge wurden die verschiedenen Punkte abgearbeitet. Angefangen mit den Posteingängen, wo der Finanzbericht des Syvicol einige Fragen aufwarf. So zum Beispiel warum das Budget für Druck-Arbeiten nur um ein Zehntel ausgelastet wurde, worauf Jos Roller unterstrich, dass Papier-Broschüren immer mehr dem Medium Internet weichen würden. Des Weiteren wurde von Carlo Pantaleoni in Frage gestellt, warum das Fortbildungs-Angebot beim Syvicol abgenommen hat. Danach verabschiedeten die Gemeindeväter von Lorentzweiler einstimmig die finanzielle Unterstützung zugunsten der Sécurité Routière welche unter dem Punkt „Subsidien“ offen stand, und begrüßte danach Herrn Jean-Marie Thein, den Direktor der lokalen Musikschule, welcher die provisorische Organisation seiner Schule vorstellte. In enger Zusammenarbeit mit der Union Grand-Duc Adolphe, garantiert die Gemeinde Lorentzweiler eine Musikschule, welche Kurse für jedes Alter und jedes Talent anbietet. Neben den 6 Klassen der Musik-Lehre, wird die ganze Palette der gängigsten Instrumente angeboten. Nach Jean-Marie Thein würden sich die meisten Interessenten für Klavier oder Gitarre einschreiben und es würde immer schwieriger werden, die Musikanten für die verschiedenen Blas-Instrumente zu begeistern. Er unterstrich aber auch, dass trotz der angebotenen „Schnupper-Kurse“ und des Tages der offenen Tür im vergangenen Jahr noch genügend Studien-Plätze in der Musik-Schule unbesetzt blieben. Bürgermeister Jos Roller dankte dem geladenen Gast für die Vorstellung der provisorischen Schulorganisation und betonte, dass eine größtmögliche Palette an Musik-Kurse im Angebot bestehen bleiben müsse, denn dies wäre der Garant für die Attraktivität der Musikschule. Schöffe Jim Weis gefiel, dass die Musikschule im vergangenen Jahr mehr Öffentlichkeitsarbeit geleistet hat, und dies sei die einzige Möglichkeit bei den Bürgern beachtet zu werden. Er bemängelte aber, dass der Staat sich für das kommende Schuljahr mit nur 40% beteiligen würde anstatt, wie Anfangs abgemacht, für 66% der Ausgaben und Löhne der Musikschule aufkommen würde. Hier müsse der Staat durch einen Bericht an das Kultur-Ministerium wieder an seine Pflichten erinnert werden.

Unabhängigkeit bei der Trinkwasser-Versorgung

Nach dieser musikalischen Einlage stand die Stellungnahme über die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie auf der Tagesordnung.
Der Entwurf des Maßnahmenprogramms, das den guten Zustand der Gewässer und des Grundwassers bis 2015 gewährleisten soll, ist im Entwurf eines Bewirtschaftungsplans enthalten. Der endgültige Bewirtschaftungsplan muss bis spätestens 22.12.2009 rechtkräftig sein und durchläuft momentan eine Phase der öffentlichen Befragung, während deren die Öffentlichkeit aufgerufen wird, den Entwurf zu begutachten, zu kommentieren und Bemerkungen an den Innen- und Landesplanungsminister oder ihre Gemeinde zu schicken. Die so erhaltenen Anmerkungen und Verbesserungen werden in die Redaktion des endgültigen Plans mit einfließen, um so der Meinung der Öffentlichkeit Rechnung zu tragen.
Die Gemeinden Lorentzweiler, Mersch, Walferdange, Steinsel, Lintgen, welche alle fünf die Convention Uelzechtdall bilden, haben Ihre Anmerkungen zusammen in einem Brief an den zuständigen Minister zu Papier gebracht. Hier unterstrich Bürgermeister Roller, dass die Gemeinde Lorentzweiler in der Vergangenheit eine der ersten „Grundwasserschutz-Zonen“ im Land angelegt habe. Alle Häuser des Gemeinde-Territoriums sind an das lokale Kanalisations-Netz angeschlossen und die Gemeinde Lorentzweiler fängt an Oberflächen-Wasser von Schmutzwasser zu trennen. Des Weiteren müssten in Zukunft die Instandhaltung und die Wartung der Gemeinde-Quellen befürwortet und vorangetrieben werden, um so unabhängiger im Bereich der Trinkwasserversorgung zu werden. Bei der Renaturierung des Alzette-Tales solle größte Aufmerksamkeit auf die Überschwemmungsgefahr der anliegenden Wohngebiete gelegt werden. Die endgültige Stellungnahme der Gemeinde wird in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vom Gemeinde- und Schöffen-Rat abgesegnet werden.
Unter dem Punkt „Gemeinde-Finanzen“ wurde der Ankauf eines Grundstücks einstimmig angenommen, um so den Ausbau der Strasse CR124 zwischen Asselscheuer und Eisenborn gewährleisten zu können. Danach wurde über die provisorische Unterbringung des technischen Diensten der Gemeinde in Fertig-Garagen in der Nähe der Sporthalle abgestimmt und die Renovierung des Lorentzweiler Schulkomplexes in Höhe von 1,2 Millionen Euro verabschiedet. Gemeinderat Carlo Pantaleoni bemängelte indes, dass man trotz Klimabündnisses, bei diesem Kostenvoranschlag ganz auf den Einsatz erneuerbarer Energien verzichtet habe.

Neues Verkehrs-Reglement auf „Bouffer-Knupp“

Danach wurde das Verkehrs-Reglement der Gemeinde einstimmig umgeändert, weil man auf der „Boufferknupp“, in der Luxemburger Strasse in Bofferdange, neben einer neuen Ampelanlage, neue Parkmöglichkeiten für die Anrainer, sowie eine Bushaltestelle und einen Fussgängerweg angelegt hat.
Nachdem der Lorentzweiler Gemeinderat eine Schul-Dispens für ein serbisches Kind einstimmig genehmigt hatte, wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit, über die Einstellung von Christian Arend, als neuer Gemeinde-Beamter entschieden.