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Der Wohnungsmarkt in Luxemburg

Der nationale Wohnungsmarkt!

Laut der letzten Studie von „Stadt-Land“, welche vom Ministère du Logement in Auftrag gegeben wurde, sind rund 3.400 Wohnung notwendig, um der erhöhten Nachfrage auf dem luxemburger Wohnungsmarkt gerecht zu werden, und dies alljährlich bis zum Jahr 2020. Im Jahr 1991 gab es auch schon eine identische Studie, welche vom damaligen Minister Jean Spautz in Auftrag gegeben wurde. Es ist die Rede von der so genannten „Lip-Studie“, welche auf hundert Seiten, gespickt mit Statistiken und Rechnungen, feststellte, dass jedes Jahr rund 3.200 Wohnungen fehlten.

17 Jahre später sind 6% mehr Wohnungen pro Jahr notwendig, und es fällt mir schwer an einen Rückgang der Preise am luxemburger Wohnungsmarkt zu glauben. Es scheint als könne man in Luxemburg nur Studien in Auftrag geben, welche unsere Steuergelder vergeuden; doch Taten folgen, wenn überhaupt, nur wenige.
Diese greifen dementsprechend viel zu spät, wie zum Beispiel die Reform der Grundsteuer, welche der Immobilien-Spekulation vorbeugen sollte. 1999 wurde von einer solchen Reform gesprochen, 2002 drohte man mit einer progressiven Grundsteuer, welche 2005 in Kraft treten sollte. Im Endeffekt wirkt diese Grundsteuer in Ihrem Impakt für etliche Grossgrund-Besitzer oder Immobilien-Haie eher lächerlich, und bringt keinen dazu sein wohlbehütetes Stück Land zu verkaufen.
Es wird von Tag zu Tag immer schwieriger eine Wohnung, geschweige denn ein Grundstück oder Haus in Luxemburg zu einem erschwinglichen Preis zu finden. Während die Preisentwicklung für Häuser im Jahre 2007 stagnierten, schossen die Preise von Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen weiter in die Höhe, was auch auf die demografische Entwicklung des Landes zurückzuführen ist.

Heutzutage wird immer wieder gemahnt die Grundstücke flächenmäßig kleiner zuhalten, und zurückzukommen auf Reihenhäusern mit nur einer kleinen Parzelle Garten. Nur zum Vergleich: vor dreißig Jahren kauften unsere Eltern ein Grundstück von 10 – 15 Ar und bauten ein freistehendes Einfamilien-Haus. Heute kaufen wir ein Grundstück mit 3 Ar und bauen ein Reihenhaus; dabei traut man sich nicht das Dachgeschoss auszubauen um in den Genuss von verschiedenen staatlichen Prämien zu kommen. Nach Fertigstellung ist also der Speicher nicht ausgebaut, und die Prämie bekommt man trotzdem nicht. Um ein solches Neubau-Projekt im Jahr 2007 zu finanzieren, müssen beide Ehepartner arbeiten gehen, und für Kinder oder Familienleben bleibt meiner Meinung nach kein Platz. Denn auch ein Kinderhort muss bezahlt werden!

Der nationale Wohnungsmarkt beeinflusst also tagtäglich die Lebensqualität eines jeden Einzelnen. Wir müssen uns enger aneinander pferchen; der wohlverdiente Feierabend im eignen Garten wird im Hinblick auf die Verkleinerung der Grundstücke auch nicht mehr möglich; den Kinderwunsch setzt man vorerst zurück, denn bei zwei Vollzeit-Jobs und einem ordentlichen Bau-Kredit bleibt weder Zeit noch Geld für die Sprösslinge.

Eine Empfehlung der aktuellen Studie besteht darin, die grenzübergreifende Abstimmung im Wohnungsmarkt bereich zu intensivieren und zu institutionalisieren. Ehrlich gesagt, ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn man bedenkt, dass es sich um ein ausländisches Planungsbüro handelt welche die besagte Studie ausgearbeitet hat. In anderen Worten sollten sich die Luxemburger auch im nahe gelegenen Grenzland nach Wohnungen umsehen, weil der Bausektor mit seinen Handwerker-Betrieben der großen Nachfrage nicht nachkommen kann. Davon abgesehen müsste die Bauland-Mobilisierung schneller und gründlicher vorangetrieben werden.
Der Luxemburger sollte also sein schwer erarbeitetes Geld in eines unserer Nachbarländer investieren und dort die Wirtschaft ankurbeln anstatt im eigenen Land, was aus meiner Sicht paradox scheint, wenn man sich das Gesetz der Mehrwertsteuervergünstigung im Bausektor anschaut, welches besagt, dass der Bauherr den „taux de TVA super-réduit“ nur dann erhält wenn der respektive  Handwerker-Betrieb auch in Luxemburg ansässig ist. Hier also schützt das Gesetz unsere Wirtschaft, während andererseits Studien das Ankurbeln der Wirtschaft unserer Nachbarländer befürworten.
Weiteres Paradox solcher „Grenzgängerhaushalte“ ist auch das massive und erhöhte Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Schadstoff-Emissionen.

Hier kann man sich die grundlegende Frage stellen, ob eine solche Studie wirklich alle Gegebenheiten des Landes in Betracht zieht, eben weil die ausführende Firma nicht in Luxemburg ansässig ist. Brauchen wir wirkliche solche Studien, oder hätten wir nicht besser dieses Geld dort zu investieren, wo es nötig ist?

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2013: Liberalisierung des Post-Sektors in Luxemburg

Während in Luxemburg die Aufschiebung der Liberalisierung des Post-Sektors bis ins Jahr 2013 mit Pauken und Trompeten gefeiert wird, fordert genau diese Liberalisierung heute schon in Deutschland die ersten Opfer. Die Pin Group AG, Deutschlands privates Post-Unternehmen, hat Ende November angekündigt etwa 900 Mitarbeiter entlassen und im Falle der Einführung eines Mindestlohnes von 9,80 € sogar das Insolvenz-Verfahren einleiten zu müssen. Der größte Aktionär der Pin Group AG, der Axel Springer Verlag, spricht im Zusammenhang mit dem Brief-Engagement von einem finanziellen Desaster. Wir in Luxemburg haben jetzt noch gut reden, denn 2013 ist ja noch lange!
Nach dem Motto: «Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben!», sollten wir uns heute schon Gedanken machen, was etwa nach 2013 mit dem Post-Sektor und mit unserem Arbeits-Markt passiert! Jetzt schon können wir Erfahrungen bei unseren Nachbarn sammeln, und uns die Konsequenzen einer solchen Liberalisierung des Post-Sektor LIVE ansehen! Wir brauchen keine Computer-Simulationen mehr, welche uns vorrechnen was passiert wenn…. !
Da es heute noch keine feste Lohn-Regelung im Post-Sektor in Luxemburg gibt, kann jede private Firma nach 2013 ins Briefgeschäft einsteigen, und dies zu Dumping-Preisen, weil eben diese Firmen mit einem Hungerlohn entgelten. Kann man hier von sozialer Gerechtigkeit sprechen, oder vielleicht eher von Ausbeutung! Und wenn man sich dann am Mindest-Stundenlohn des Post-Sektors in Deutschland orientiert, habe ich ehrlich gesagt meine Zweifel ob irgend jemand Bock drauf hat für 9,80 € die Stunde bei jedem Wetter Briefe auszutragen.
Bei einer Gesamtfläche unseres Landes von rund 2.586 km2, stellt sich sowieso die grundlegende Frage ob Luxemburg eine solche Liberalisierung braucht, oder ob dies eher einer Befürwortung des «cherry picking» gleichkommt. Während heutzutage die Luxemburger Post jedes Jahr einen Zuschuss in den Staatshaushalt gibt, wird in Zukunft der Staat tiefer in die Tasche greifen müssen um den «Service Universel» zu finanzieren. Dies wird natürlich dann wieder auf den Steuerzahler abgewälzt werden. In anderen Worten wird es dem Bürger nicht einfacher und bequemer gemacht, weil es wahrscheinlich das Postamt um die Ecke nicht mehr geben wird, sondern er muss auch noch die mit der Umstrukturierung des Post-Sektors verbundenen Mehrkosten mit tragen.
Ich glaube in Zukunft werde ich mehr E-Mails verschicken !

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